Comme ils disent: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Französische Chanson-Texte auf deutsch
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Ich vergaß nichts davon
+
Wie sie sagen (Charles Aznavour, fremde Übersetzung)
  
(Charles Aznavour, dt. fremd)
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(Im Répertoire von Didier Caesar,
  
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Sänger im Chanson-Ensemble Chantsong-surprise)
  
Ich hätte nie geglaubt,
 
  
dass wir uns wieder sehn.
+
Ich wohn alleine mit Mama
  
Zu wissen, dass du’s bist,
+
In einem alten Haus ganz nah
  
war ein Werk von Sekunden.
+
Bei dem Theater.
  
Nichts war aus unsrer Zeit,  
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Und da ich immer einsam war,
  
dem Gedächtnis entschwunden.
+
Hab‘ ich noch ein Kanarien-Paar
  
- Nein, ich vergaß nichts davon.
+
Und einen Kater.
  
2. Ich stelle lächelnd fest,
+
Mama strengt alle Arbeit an.
  
du siehst wie damals aus.
+
Ich geh zum Markt und koche dann
  
Nicht die Spur einer Spur
+
Mit viel Routine.
  
der vergangenen Jahre.
+
Ich wasche ab und mache rein,
  
Du trägst wohl heute
+
Und nähe, sollt es nötig sein,
  
nur etwas anders die Haare.
+
Auf der Maschine.
  
  
- Nein, ich vergaß nichts davon, nichts von dir.
+
Mir macht fast jede Arbeit Spaß,
  
 +
Weil ich Gefühl für Form und Maß
  
3. Ehering, ich? Ich bin frei,
+
Und Stil besitze.
  
noch an keine gebunden,  
+
Doch nachts erwacht erst mein Genie,
  
Und genieße das sehr. Doch, zu dir nur gesagt.
+
Denn in der Kunst der Travestie,
  
Ich hab keine bisher die wie du war, gefunden.
+
Da bin ich spitze.
  
Komm trink ein Glas mit mir
+
Bewundert ist mein Striptease-Akt
  
und erzähl mir von dir.
+
Am Ende tanz ich völlig nackt.
  
Wie’s dir geht, was du tust.  
+
Ich kann das wagen.
  
Bist du glücklich und reich?
+
Und alle Gäste rings im Raum,
  
Du allein in Paris. Sie ging schief deine Ehe.
+
Die trauen ihren Augen kaum.
  
Was, wenn jetzt dein Papa
+
Ich bin ein Homo, wie sie sagen.
  
uns zusammen hier sähe.
 
  
 +
Mit Freunden wird die Nacht durchzecht,
  
- Nein, ich vergaß nichts davon.
+
Da wird nach Neigung und Geschlecht
  
4. Seit ich dich wieder traf,
+
Nicht unterschieden.
  
beginn ich einzusehn.
+
In irgendeiner Bar am Eck
  
Was zählt, verblasst wohl nie.
+
Da spült man die Komplexe weg
  
Mag die Zeit auch enteilen.  
+
Und ist zufrieden.
  
Ich überschätzte sie. Alles kann sie nicht heilen.
+
Wir reden von den Leuten dann,
  
 +
Die unsereins nicht riechen kann,
  
- Non, je n’ai rien oublié.  
+
Die wir entsetzen.
(Nein, ich vergaß nichts davon)
 
  
 +
Wir spotten mit Humor und Geist
  
5. Reden fällt mir so schwer.
+
Mit scharfem Witz, der lacht und beißt
  
Lieber seh’ ich dich an und sehe klar, was war.  
+
Statt zu verletzen.
  
Und auch, was wir versäumten,
 
  
Weil alles anders kam,
+
Mitunter finden Kerle sich,
  
als wir zwei es erträumten.
+
Die suchen laut und lächerlich,
  
 +
Uns nachzumachen.
  
-Nein, ich vergaß nichts davon, nichts davon.
+
Sie haben Freude wie ein Kind
  
 +
Uns arme Teufel, die wir sind,
  
6. Weil ich noch niemand war,
+
Noch aus zu lachen.
  
konnte ich nur verlieren.
+
Sie sind im Ton und Gang bemüht,
  
Dein Vater sagte nein.
+
So wie man uns von außen sieht,
  
In die Pläne mit dir passte ich nicht hinein
+
Sich zu betragen.
  
und du musstest parieren.
+
Wenn es auch Menschen übernimmt,
  
Und dein Mann wurde wer,  
+
Mich lässt es kalt, weil es ja stimmt.
  
der jemand war, wie er.
+
Ich bin ein Homo, sie sie sagen.
  
Kein Versuch dich zu sehn, hatte jemals Erfolg.
 
  
Hundert Briefe von mir
+
Wenn dann der neue Tag erwacht,
  
sind ohne Antwort geblieben.
+
Kehr ich zurück in meine Nacht
  
Endlich gab ich es auf
+
Der Einsamkeiten.
  
und hab nicht mehr geschrieben.
+
Das Kleid und die Perücke fällt
  
 +
Ich bin ein Clown vor aller Welt
  
- Nein, ich vergaß nichts davon.
+
Nur da zu leiden.
  
 +
Ich schlafe nicht, ich liege wach.
  
7. Die Zeit vergeht. Das Café macht schon zu.
+
Ich träume Liebes-Stunden nach,
  
Komm, ich bring dich nach Haus, wie damals.
+
Die freudlos blieben.
  
Nur, dass wir heut nicht
+
Und von dem Jungen, der - verdammt -,
  
den langen Umweg machen müssen
+
Mich immer wieder neu entflammt
  
Und nicht die vielen Pausen, um zu küssen.
+
Ihn heiß zu lieben.
  
 +
 +
Doch keinem werde ich dieses Leid,
  
- Nein, ich vergaß nichts davon.
+
Den süßen Schmerz der Zärtlichkeit,
  
 +
Je anvertrauen.
  
8. Von keiner Jahreszeit
+
Er, der zum Wahnsinn mich gebracht,
  
nahm unsre Liebe je Notiz.
+
Liegt nämlich leider jede Nacht
  
Der Winter wie der Herbst,
+
Im Bett bei Frauen.
  
sie fielen aus, in jenen Jahren.
+
Nein, keiner hat von euch das Recht,
  
Für uns war immer Frühling,
+
Mich als entartet oder schlecht
  
als wir noch zwanzig waren.
+
Je an zu klagen.
  
 +
Der Grund, dass ich so anders bin
  
- Nein, nein, ich vergaß nichts davon,
+
Liegt von Natur aus in mir drin.
  
  nichts davon.
+
Ich bin ein Homo, wie sie sagen.
  
 
Es hat so gut getan, dich zu sehn und zu hören,
 
 
Und dem Zufall sei Dank,
 
 
wenn es dir wie auch mir
 
 
heut für Stunden gelang,
 
 
jene Zeit zu beschwören,
 
 
die das Schönste sogar von unserer Jugend war.
 
 
 
9. Dass wir uns wieder sehn,
 
 
wär ein Vorschlag von mir,
 
 
Falls ich wüsste, auch du
 
 
würdest Wert darauf legen.
 
 
Und es spräche bei dir
 
 
heute nichts mehr dagegen.
 
 
Gut, wenn es dir geht wie mir,
 
 
Dass dein Herz, das was war,
 
 
nie vergaß.
 
  
 
[[Kategorie: Charles_Aznavour]]
 
[[Kategorie: Charles_Aznavour]]

Aktuelle Version vom 9. Juni 2019, 14:02 Uhr

Wie sie sagen (Charles Aznavour, fremde Übersetzung)

(Im Répertoire von Didier Caesar,

Sänger im Chanson-Ensemble Chantsong-surprise)


Ich wohn alleine mit Mama

In einem alten Haus ganz nah

Bei dem Theater.

Und da ich immer einsam war,

Hab‘ ich noch ein Kanarien-Paar

Und einen Kater.

Mama strengt alle Arbeit an.

Ich geh zum Markt und koche dann

Mit viel Routine.

Ich wasche ab und mache rein,

Und nähe, sollt es nötig sein,

Auf der Maschine.


Mir macht fast jede Arbeit Spaß,

Weil ich Gefühl für Form und Maß

Und Stil besitze.

Doch nachts erwacht erst mein Genie,

Denn in der Kunst der Travestie,

Da bin ich spitze.

Bewundert ist mein Striptease-Akt

Am Ende tanz ich völlig nackt.

Ich kann das wagen.

Und alle Gäste rings im Raum,

Die trauen ihren Augen kaum.

Ich bin ein Homo, wie sie sagen.


Mit Freunden wird die Nacht durchzecht,

Da wird nach Neigung und Geschlecht

Nicht unterschieden.

In irgendeiner Bar am Eck

Da spült man die Komplexe weg

Und ist zufrieden.

Wir reden von den Leuten dann,

Die unsereins nicht riechen kann,

Die wir entsetzen.

Wir spotten mit Humor und Geist

Mit scharfem Witz, der lacht und beißt

Statt zu verletzen.


Mitunter finden Kerle sich,

Die suchen laut und lächerlich,

Uns nachzumachen.

Sie haben Freude wie ein Kind

Uns arme Teufel, die wir sind,

Noch aus zu lachen.

Sie sind im Ton und Gang bemüht,

So wie man uns von außen sieht,

Sich zu betragen.

Wenn es auch Menschen übernimmt,

Mich lässt es kalt, weil es ja stimmt.

Ich bin ein Homo, sie sie sagen.


Wenn dann der neue Tag erwacht,

Kehr ich zurück in meine Nacht

Der Einsamkeiten.

Das Kleid und die Perücke fällt

Ich bin ein Clown vor aller Welt

Nur da zu leiden.

Ich schlafe nicht, ich liege wach.

Ich träume Liebes-Stunden nach,

Die freudlos blieben.

Und von dem Jungen, der - verdammt -,

Mich immer wieder neu entflammt

Ihn heiß zu lieben.


Doch keinem werde ich dieses Leid,

Den süßen Schmerz der Zärtlichkeit,

Je anvertrauen.

Er, der zum Wahnsinn mich gebracht,

Liegt nämlich leider jede Nacht

Im Bett bei Frauen.

Nein, keiner hat von euch das Recht,

Mich als entartet oder schlecht

Je an zu klagen.

Der Grund, dass ich so anders bin

Liegt von Natur aus in mir drin.

Ich bin ein Homo, wie sie sagen.