Fernand - Jacques Brel

Aus Französische Chanson-Texte auf deutsch
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Fernand

(dt. D. Kaiser,

Sänger im Quartett Stéphane & Didier et Cie)


Tja, der Fernand ist tot.

Tja, er ist tot, Fernand.

Ja, nur ich hinterdrein.

Ja, vornweg er allein.


Er, in seinem letzten Schrein.

Ich, in meinem Nebel, allein.

Er, da in seinem Sarg.

Ich, hier in der Wüste, karg.


Vornweg, läuft nur ein weißes Pferd.

Hintan, lauf ich, den der Schmerz verzehrt.

Tja, nicht mal ein Wind der bläst,

und meine Blumen reglos lässt.


Ich, wär ich der Herrgott.

Ich wär in Gewissensnot.

Tja, nun regnet’s gar schamrot.

Tja, der Fernand ist tot.


Tja, wir durchziehn Paris,

Noch früh am Morgen ist’s.

Tja, Paris, wir durchziehn.

Mir scheint’s, als sei’s Berlin.


Du, du, du merkst nichts im Schlaf.

Doch, es ist schlimm zu sterben,

geh’n zu müssen ins Verderben,

wenn Paris liegt im Schlaf.


Ich, platze schier vor Lust,

Leute zu wecken nur für dich.

Deine Familie erfinde ich,

zu beklagen deinen Verlust.


Und dann, wenn ich Herrgott wär,

ich glaube, Stolz hätt’ ich keinen mehr.

Ich weiß, man tut was man kann.

Doch, s’ kommt drauf an wie und wann.


Ich komm’ wieder, weißt du.

Ich komm’ her, immerzu,

auf dies saublöde Feld,

wo du ruhst in der Kält’.


Im Sommer werf’ ich dir Schatten zu.

Wir trinken viel von der Ruh’

auf das Wohl von Konstanze,

die pfeift auf deinen Schatten ganz.


Dann suchen dumme Leute den Sieg,

und bescheren uns wieder Krieg.

Dann bin auch ich für immer hier,

und schlaf im Friedhof bei dir.


Und nun, du großer Gott,

lache nur über mich.

Und nun, du großer Gott,

nun, siehst du in Tränen mich.